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FFP2-Maskenpflicht für Praxen vorerst aufgehoben

Als zuständige Berufsgenossenschaft für therapeutische Berufe legte die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in der Vergangenheit fest, dass insbesondere in den Berufen der Physiotherapie aufgrund des häufig nicht möglichen Mindestabstands eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken für Therapeuten besteht. Die BGW darf Arbeitsschutzstandards festlegen und orientiert dann ihre Beratungen und Überwachung danach. Es wird dringend empfohlen, sich an die von der BGW festgelegten Regeln zu halten, um negative Konsequenzen zu vermeiden.

Lange dauerte es bis der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für therapeutische Praxen seitens der BGW überarbeitet wurde. Viele Praxen warteten tagtäglich darauf. Mit dem Stand vom 22. Juli 2021 wurde nunmehr der neue Arbeitsschutzstandard veröffentlicht, welcher in vielen Teilen Erleichterungen für therapeutische Praxen und somit auch Praxen von Masseuren / medizinischen Bademeister sowie Physiotherapeuten mit sich bringen.

Auch die Systematik der Regelungen ändert sich: So waren die Regelungen der BGW in der letzten Zeit sogar strenger als die Regeln zur Corona-Pandemie, welche von Bund und Ländern festgelegt wurden. Nun legt die BGW ein Mindestmaß an Regeln vor, welche jedenfalls so lange gelten, bis der Bund oder die Länder nichts Strengeres regeln.

Die BGW hat alle Regeln in einem 10-seitigen Dokument zusammengefasst, welches kostenlos auf der Internetseite der BGW heruntergeladen werden kann: zum Dokument
Darüber hinaus haben Christian Thieme und VPT-Justiziar Benjamin Alt in einer Sendung bei VPTlive am 25. Juli 2021 die wesentlichen Regeln für Sie zusammengefasst, auf welche Sie über unsere Facebook-Seite zugreifen können. Eine Veröffentlichung auf dem YouTube-Kanal wird noch erfolgen.

Konkret wurde die grundsätzliche FFP2-Maskenpflicht nun seitens der BGW aufgehoben. Sie gilt erst wieder, wenn Bund und Länder dies festlegen. Deshalb müssen sich Praxen auch immer erkundigen, was Bund und Länder konkret regeln. Alle Bundesländer verfügen inzwischen über eine Coronaschutzverordnung, welche auf den Internetseiten der Bundesländer einzusehen ist. Darüber hinaus ist eine FFP2-Maske nur noch Pflicht, wenn im Ausatembereich Mund und Nase der Patienten bei gesichtsnahen, therapeutischen Tätigkeiten nicht bedeckt werden können. In der Praxis muss nunmehr seitens der Patienten nur noch ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Therapeuten tragen eine medizinische OP-Maske. Die Mitarbeiter müssen im Umgang mit Masken und Schutzausrüstung unterwiesen werden, was seitens der Praxis zu dokumentieren ist.

Besonderen Wert hat die BGW auch darauf gelegt, dass jede Praxis eine individuelle Gefährdungsbeurteilung vornehmen muss. Dies kann im Rahmen eines Hygienekonzepts erfolgen, was insoweit unsererseits dringend empfohlen wird. Damit kann sich das Praxispersonal zum einen vor Erkrankungen schützen, mithin können dadurch Sanktionen oder Schließungen durch die BGW oder das Gesundheitsamt vermieden werden.

Erleichterungen wurden zudem für die Reinigung von Kontaktpunkten in der Praxis wie Türklinken und Handläufen festgelegt. So müssen diese nicht mehr mit Flächendesinfektionsmittel gereinigt werden, sondern mit handelsüblichen Reinigungsmitteln.

Klargestellt wurde ferner, dass kontinuierliches Lüften über gekippte Fenster nur ergänzend zur Stoßlüftung gestattet ist. Eine Stoßlüftung und somit ein Luftaustausch muss alle 20 Minuten durch die Praxis sichergestellt zu werden. Luftreiniger dürfen nur ergänzend genutzt werden. Arbeitsmittel sollten möglichst personenbezogen genutzt werden. Arbeitskleidung ist von Alltagskleidung getrennt aufzubewahren. Praxisfremde Personen sollten im Regelfall die Praxis nicht betreten. Diese sollten mit Aushängen und Hinweisen darauf hingewiesen werden einen Termin zu vereinbaren, sofern der Zutritt zur Praxis stattfinden soll. Die BGW stellt darüber hinaus nunmehr auch eine Krisenberatung und ein Krisencoaching zur Verfügung, falls Praxen durch die zusätzlichen Anforderungen der Pandemie wie eine hohe Arbeitsintensität und mehr Konflikte mit Patienten belastet sind.

Somit schaffen die neuen Regeln durchaus Erleichterungen für Massagepraxen und Praxen für Physiotherapie, Ergotherapie, Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie, Podologie und Hebammenkunde. Diese Erleichterungen werden seitens des VPT begrüßt.